Vor kurzem haben wir unser "Midsommar!"-Projekt abgeschlossen.
Nun beginnen wir mit den Proben für unsere beiden nächsten Konzerte
Advent 2026
Samstag, 28.11.2026 um 17.00 Uhr in der Petruskirche, Stuttgart-Gablenberg
Sonntag, 29.11.2026 um 17.00 Uhr in der Liebfrauenkirche, Stuttgart-Bad Cannstatt
Lust zum Mitsingen? Hier ist der Probenplan dazu.
Wenn Rosen am Dornwald blühen
concerto vocale stuttgart e.V. verbindet geistliche Tradition mit Klangwelten aus verschiedenen Ländern und Epochen
Was stellen wir uns unter Advent vor? Geborgenheit, Sicherheit, einen sicheren Hafen, Ankunft. Das Adventslied „Es kommt ein Schiff geladen“ – eigentlich ein Bild, das uns zunächst nicht sofort in den Sinn kommt, wenn es um die Vorweihnachtszeit geht, symbolisiert dieses Urvertrauen, diesen Glauben an Gott, die Nächstenliebe wie kaum eine andere Vertonung. Ein Dornwald, der Rosen trägt, wie es in „Maria durch ein Dornwald ging“ heißt, kann man als Zeitenwende sehen, als Neubeginn, als Blütezeit, vielleicht auch als Ertrag einer Saat, wenn die Dornen endlich Rosen tragen. „Übers Gebirg Maria ging“ mutet fast ein bisschen kindlich an – was macht denn die Mutter Jesu in den Bergen? Und wo genau trifft sie die „Bas Elisabeth“, also die Kusine, der sie freudig erregt von ihrer Schwangerschaft berichten will?
Es ist ein facettenreicher Bilderbogen, den der Kammerchor concerto vocale stuttgart e. V. seinem Publikum in seinen Konzerten am ersten Adventswochenende 2026 präsentiert. Die Musik erinnert mal an ein Paradiesgärtlein mit Maria und dem Jesuskind auf einem gotischen Tafelbild, mal an ein Botticelli-Bild, wenn in Benjamin Brittens „Hymn to a Virgin“ Maria mit einem Meeresstern verglichen wird und fast wie die Venus aus dem Wasser zu steigen scheint.
Aber concerto vocale stuttgart unter der Leitung von Moritz Tempel wäre nicht concerto vocale stuttgart, wenn außer der Madonnen-Verehrung nicht auch weihnachtliche Klänge aus anderen Ländern zu hören wären. „Jul, jul, strålande jul“ von Gustaf Nordqvist ist in Schweden so bekannt wie bei uns „Stille Nacht, heilige Nacht“.
Außerdem darf man Werke zweier Komponistinnen kennenlernen: Vittoria Aleotti war Priorin in einem italienischen Kloster bei Ferrara und hat wohl in der Spätrenaissance ein ganzes Ensemble an Nonnen mit Instrumenten und Gesang zwischen Kloster- und herzoglichen Schlossmauern auftreten lassen. Verblüffend, wie die 1985 geborene Lettin Laura Jēkabsone an diese Form des mittelalterlichen Madrigals in ihrem „Hodie Christus“ anknüpft.
Der Eintritt fürs Konzert ist frei, um Spenden wird gebeten. Ein adventlicher Umtrunk ist im Anschluss an das Konzert in der Petruskirche geplant.
Katrin Schenk